Berliner Mauer, Kunst und Erinnerung

East Side Gallery Berlin: Geschichte, Kunst und Besuchstipps

Die East Side Gallery erstreckt sich über rund 1,3 Kilometer zwischen Ostbahnhof und Oberbaumbrücke. Mehr als hundert Wandbilder verwandeln einen erhaltenen Abschnitt der Berliner Mauer in einen internationalen Erinnerungsort für Teilung, Friedliche Revolution, Freiheit und die politischen Umbrüche von 1989 und 1990.

Stand: 10. Juli 2026. Der Mauerabschnitt ist kostenlos und rund um die Uhr zugänglich.

East Side Gallery Berlin mit bemalten Abschnitten der Berliner Mauer
1,3 Kilometer Längster erhaltener zusammenhängender Mauerabschnitt
118 Kunstschaffende Teilnehmende aus insgesamt 21 Ländern
Eintritt kostenlos Im öffentlichen Raum jederzeit zugänglich
Eröffnung 1990 Seit November 1991 unter Denkmalschutz

Die East Side Gallery ist gleichzeitig Kunstgalerie, Baudenkmal und historischer Mauerort. Die Bilder entstanden nicht während der Teilung, sondern nach der Öffnung der Grenze. Sie dokumentieren die Hoffnungen, Ängste und politischen Botschaften der Umbruchzeit von 1989 und 1990.

Mehr als ein Fotomotiv

Was macht die East Side Gallery besonders?

Der Ort verbindet die materielle Geschichte der Berliner Mauer mit künstlerischen Reaktionen auf das Ende der DDR, den Fall der Grenze und die deutsche Wiedervereinigung.

Originaler Mauerstandort

Die Betonsegmente stehen weitgehend am historischen Ort. Der Abschnitt gehörte zur sogenannten Hinterlandmauer des DDR-Grenzsystems.

Internationale Kunstaktion

118 Kunstschaffende aus 21 Ländern beteiligten sich 1990 an der Gestaltung der längsten Open-Air-Galerie entlang der früheren Grenze.

Zeitdokument von 1990

Die Bilder behandeln Freiheit, Frieden, Demokratie, gesellschaftlichen Wandel und die Unsicherheit der politischen Umbruchzeit.

Denkmal und Konfliktort

Denkmalschutz, Stadtentwicklung, Restaurierung, Graffiti und neue Bauprojekte sorgen bis heute für Diskussionen über den Umgang mit dem Ort.

Vom Grenzbauwerk zur Open-Air-Galerie

Wie entstand die East Side Gallery?

Die heute sichtbare Galerie entstand erst nach dem Fall der Mauer. Zuvor war das Gebiet an der Spree Teil des streng überwachten DDR-Grenzsystems zwischen Friedrichshain und Kreuzberg.

1961

Teilung entlang der Spree

Die Grenze trennte Friedrichshain in Ost-Berlin von Kreuzberg in West-Berlin. Die Spree übernahm in diesem Abschnitt einen Teil der Funktion des Grenzstreifens.

1989

Öffnung der Berliner Mauer

Nach dem 9. November 1989 entstand die Idee, einen längeren Abschnitt der Mauer durch internationale Kunstschaffende gestalten zu lassen.

1990

Entstehung der Galerie

Im Frühjahr und Sommer entstanden mehr als hundert großformatige Arbeiten. Die East Side Gallery wurde am 28. September 1990 offiziell eröffnet.

1991

Schutz als Baudenkmal

Im November 1991 wurde das Ensemble in die Berliner Denkmalliste aufgenommen. Dadurch blieb ein großer Teil der Mauer am historischen Standort erhalten.

2009

Umfassende Sanierung

Für die Reparatur des beschädigten Betons mussten viele Gemälde entfernt werden. Zahlreiche Beteiligte trugen ihre Motive anschließend erneut auf.

Heute

Erinnerungsort und Besucherziel

Die Stiftung Berliner Mauer betreut den Ort, vermittelt seine Geschichte und organisiert Führungen, Bildungsangebote und Veranstaltungen.

Die Galerie zeigt nicht mehr vollständig den Farbzustand von 1990

Bei der Restaurierung wurden viele Motive neu gemalt oder verändert. Das Werk „Hands“ von Margaret Hunter und Peter Russell ist das einzige erhaltene Originalgemälde aus dem Entstehungsjahr.

Bekannte Motive

Welche Wandbilder sollte man genauer ansehen?

Nicht jedes Motiv erklärt sich auf den ersten Blick. Einige Werke beziehen sich direkt auf politische Ereignisse, andere arbeiten mit Symbolen, Ironie oder persönlichen Erfahrungen.

Der Bruderkuss

Dmitri Vrubels Werk „Mein Gott, hilf mir, diese tödliche Liebe zu überleben“ zeigt den politischen Kuss zwischen Leonid Breschnew und Erich Honecker.

Test the Rest

Birgit Kinder zeigt einen Trabant, der scheinbar durch die Betonmauer bricht. Das Fahrzeug wird dabei zum Symbol für Grenzöffnung und Bewegungsfreiheit.

Hands

Das Gemeinschaftswerk von Margaret Hunter und Peter Russell ist das einzige Gemälde, dessen ursprüngliche Farbschicht von 1990 erhalten geblieben ist.

Mehr als berühmte Fotomotive

Auch die weniger bekannten Bilder behandeln Diktatur, Migration, Krieg, Frieden, Menschenrechte, Europa und persönliche Erfahrungen während der Teilung.

Spaziergang von West nach Ost

Wie erkundet man die East Side Gallery am besten?

Eine einfache Route beginnt am Ostbahnhof, folgt der Mühlenstraße bis zur Oberbaumbrücke und führt anschließend über die Spree nach Kreuzberg.

Start am Ostbahnhof

Verlasse den Bahnhof in Richtung Mühlenstraße. Am westlichen Ende der Galerie ist es häufig etwas ruhiger als im Bereich der Oberbaumbrücke.

Entlang der Mühlenstraße

Folge der bemalten Mauerseite. Plane Zeit zum Lesen, Fotografieren und für die weniger bekannten Motive zwischen den berühmten Bildern ein.

Besucherzentrum

In der Mühlenstraße 73 findest Du Informationen zur Geschichte, zu den Kunstwerken und zu aktuellen Führungen der Stiftung Berliner Mauer.

Spreeufer einbeziehen

Durch einzelne Mauerdurchgänge erreichst Du den Park am Spreeufer. Von dort wird die frühere Grenzsituation zwischen Mauer, Fluss und Kreuzberg verständlicher.

Oberbaumbrücke

Am östlichen Ende verbindet die markante Brücke Friedrichshain mit Kreuzberg. Sie bietet gute Perspektiven auf Spree und Mauerabschnitt.

Weiter nach Kreuzberg

Über die Oberbaumbrücke erreichst Du Schlesisches Tor, Wrangelkiez, Street Art, Cafés und weitere Orte im östlichen Kreuzberg.

Zwei unterschiedliche Erinnerungsorte

East Side Gallery oder Gedenkstätte Berliner Mauer?

Beide Orte behandeln die Berliner Teilung, erfüllen aber unterschiedliche Funktionen und befinden sich nicht nebeneinander.

Bernauer Straße

Gedenkstätte Berliner Mauer

Die Gedenkstätte dokumentiert stärker den Aufbau des Grenzsystems, Fluchtversuche, Todesopfer und die Auswirkungen der Mauer auf Anwohner.

  • Bernauer Straße in Berlin-Mitte
  • Erhaltener Grenzstreifen mit verschiedenen Sperrelementen
  • Dokumentationszentrum und Aussichtsturm
  • Kapelle der Versöhnung und Fenster des Gedenkens
Die Gedenkstätte Berliner Mauer liegt nicht angrenzend

Für die Fahrt von der East Side Gallery zur Bernauer Straße musst Du öffentliche Verkehrsmittel einplanen. Beide Orte lassen sich an einem Tag verbinden, gehören aber nicht zu demselben Rundgang.

Adresse, Eintritt und Anreise

Wie plant man den Besuch der East Side Gallery?

Die Galerie besitzt keinen einzelnen Haupteingang. Du kannst den Rundgang sowohl am Ostbahnhof als auch an der Oberbaumbrücke beginnen.

Besuch auf einen Blick

  • Lage Mühlenstraße, 10243 Berlin-Friedrichshain
  • Besucherzentrum Mühlenstraße 73, 10243 Berlin
  • Zugang zur Galerie Rund um die Uhr
  • Besucherzentrum Täglich 10:00–17:00 Uhr
  • Eintritt Kostenlos
  • Empfohlene Besuchsdauer Etwa 45 bis 90 Minuten
  • Westliches Ende S-Bahn und Regionalbahn Ostbahnhof
  • Östliches Ende S- und U-Bahnhof Warschauer Straße
  • Aus Kreuzberg U-Bahnhof Schlesisches Tor und Oberbaumbrücke
Der vollständigste Rundgang führt in einer Richtung durch die gesamte Galerie. Startest Du am Ostbahnhof, kannst Du anschließend über die Oberbaumbrücke nach Kreuzberg weitergehen.

Fotografieren und verstehen

Praktische Tipps für den Rundgang

Früh beginnen

Am Morgen ist die Galerie meist ruhiger. Dadurch kannst Du bekannte Bilder leichter vollständig fotografieren.

Gesamte Strecke gehen

Bleibe nicht nur beim Bruderkuss. Viele politisch und künstlerisch interessante Arbeiten liegen in den weniger stark besuchten Abschnitten.

Beide Seiten ansehen

Durch die Mauerdurchgänge erreichst Du das Spreeufer. Die Rückseite und die Lage am Fluss helfen dabei, das frühere Grenzsystem zu verstehen.

Denkmalschutz respektieren

Die Wandbilder sind keine freie Graffitifläche. Beschriften, Bekleben oder Berühren beschädigt das denkmalgeschützte Ensemble.

Wetter einplanen

Der gesamte Besuch findet im Freien statt. Im Sommer gibt es entlang der Mauer nur begrenzt Schatten.

Mit Kreuzberg kombinieren

Nach dem Rundgang erreichst Du über die Oberbaumbrücke Schlesisches Tor, Wrangelkiez und weitere Street-Art-Orte.

East Side Gallery im Video

Impressionen von der Berliner Mauer

Das Video vermittelt einen ersten Eindruck von der Länge des Mauerabschnitts, den Wandbildern und der Umgebung zwischen Friedrichshain, Spree und Oberbaumbrücke.

Video zur East Side Gallery und zur Berliner Mauer entlang der Mühlenstraße.

Geschichte und Kunst mit Guide

Welche East-Side-Gallery-Tour passt zu meinem Besuch?

Ein geführter Rundgang erklärt sowohl das frühere Grenzsystem als auch die politischen und künstlerischen Hintergründe ausgewählter Wandbilder.

Mauer und Kunst

Berliner Mauer und East Side Gallery

Geführter Rundgang mit Schwerpunkt auf Kaltem Krieg, Grenzgeschichte, Mauerfall und den Botschaften der bekanntesten Wandbilder.

  • Geschichte der Berliner Teilung
  • East Side Gallery und Street Art
  • Friedrichshain und Kreuzberg
  • Historische Hintergründe der Kunstwerke

Passend für: Besucher, die Kunst und politische Geschichte gemeinsam verstehen möchten.

Mauer-Rundgang prüfen

Sprache, Treffpunkt und Dauer auf der Buchungsseite prüfen.

Kiez und Zeitgeschichte

Friedrichshain und East Side Gallery

Lokaler Stadtteilrundgang durch Friedrichshain mit Geschichten über Ost-Berlin, Stadtentwicklung, Kiezkultur und East Side Gallery.

  • Friedrichshain jenseits der Hauptattraktionen
  • Lokale Stadtentwicklung
  • East Side Gallery als Erinnerungsort
  • Kiezperspektive eines lokalen Guides

Passend für: Besucher, die den Mauerort mit dem heutigen Friedrichshain verbinden möchten.

Friedrichshain-Tour prüfen

Die genaue Route kann je nach Termin variieren.

Blick vom Wasser

Solar-Katamaran auf der Spree

Die Bootsfahrt führt an East Side Gallery und Oberbaumbrücke vorbei und zeigt den Mauerabschnitt aus einer anderen Perspektive.

  • Fahrt auf der Spree
  • Blick auf East Side Gallery
  • Oberbaumbrücke vom Wasser
  • Weitere Berliner Sehenswürdigkeiten

Passend für: Besucher, die den Spaziergang mit einer entspannten Bootsfahrt kombinieren möchten.

Solar-Katamaran prüfen

Route, Saison und Abfahrtsstelle vorher kontrollieren.

Drei passende East-Side-Gallery-Angebote

Vergleiche einen historischen Mauerrundgang, eine Friedrichshain-Kieztour und eine Spreefahrt mit Blick auf East Side Gallery und Oberbaumbrücke.

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Häufige W-Fragen

Fragen zur East Side Gallery

Ist der Besuch der East Side Gallery kostenlos?
Ja. Die Galerie befindet sich im öffentlichen Stadtraum und kann ohne Eintrittskarte besucht werden.
Wann ist die East Side Gallery geöffnet?
Der Mauerabschnitt ist rund um die Uhr zugänglich. Das Besucherzentrum in der Mühlenstraße 73 ist täglich von 10:00 bis 17:00 Uhr geöffnet.
Wie lang ist die East Side Gallery?
Die Galerie erstreckt sich über rund 1,3 Kilometer zwischen Ostbahnhof und Oberbaumbrücke.
Wie lange dauert ein Besuch?
Für einen vollständigen Spaziergang mit Fotostopps solltest Du ungefähr 45 bis 90 Minuten einplanen. Eine Führung oder der Besuch des Informationszentrums verlängert den Aufenthalt.
Welches ist das bekannteste Wandbild?
Besonders bekannt ist Dmitri Vrubels Darstellung des Bruderkusses zwischen Leonid Breschnew und Erich Honecker. Der vollständige Titel lautet „Mein Gott, hilf mir, diese tödliche Liebe zu überleben“.
Ist die Mauer an der East Side Gallery original?
Ja. Der Betonabschnitt gehört zur früheren Hinterlandmauer des DDR-Grenzsystems. Viele Bilder wurden während der Sanierung 2008 und 2009 allerdings erneut aufgetragen.
Liegt die Gedenkstätte Berliner Mauer direkt daneben?
Nein. Die Gedenkstätte Berliner Mauer befindet sich an der Bernauer Straße. Sie liegt in einem anderen Stadtteil und ist nur mit einer zusätzlichen Fahrt erreichbar.
Wo beginnt man den Rundgang am besten?
Ein sinnvoller Startpunkt ist der Ostbahnhof. Von dort gehst Du entlang der gesamten Galerie bis zur Oberbaumbrücke und kannst anschließend nach Kreuzberg weiterlaufen.
Kann man die East Side Gallery bei Regen besuchen?
Ja, der Ort ist jederzeit zugänglich. Da sich die gesamte Galerie im Freien befindet, solltest Du wetterfeste Kleidung und gegebenenfalls einen Regenschirm mitnehmen.

East Side Gallery mit Geschichte erleben

Starte am Ostbahnhof, gehe die gesamte Galerie bis zur Oberbaumbrücke und nimm Dir nicht nur für die berühmten, sondern auch für die weniger bekannten Wandbilder Zeit.

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